(kritische) Anmerkungen zu den Schafkopftips 1 & 2
von: Joachim Burghardt
Hallo!
Ich hätte ein paar kritische Anmerkungen zu den Schafkopftips auf Ihrer
Seite:
Daß es ein gern gemachter Fehler sei, sich durch viele Farbkarten zu einem
Solo verleiten zu lassen, halte ich nicht für richtig. Gerade Anfänger machen
es doch immer so, daß sie nur den "mächtigsten" Karten wie den Obern
Bedeutung beimessen und sich nie und nimmer trauen würden, ein Solo mit zwei Haxen
und z.B. fünf Schelln zu spielen. Ich würde das Ganze gegenteilig ausdrücken
und es gerade empfehlen, auch ohne viele Haxen ein Solo zu versuchen, wenn man
natürlich die entsprechenden Farbkarten hat. Es bewahrheitet sich immer
wieder, daß dann bei den Gegenspielern die Ober und Unter zusammenfallen. Ich
selbst kann auch als Extrembeispiel eine eigene Erfahrung bringen: Ein Kollege
spielte ein Herzsolo ohne sieben (!) und gewann mit ca. 80 Augen- natürlich
ohne daß Fehler gemacht wurden.
Die Regel "Niemals Vorziehen" gilt auch nur für blutige Anfänger. Beim Spiel
mit versierteren Schafkopfspielern zeigt sich immer wieder, daß es oft ganz
sinnvoll ist, demonstrativ die Karte vorzuziehen - ganz einfach zum Bluff.
Das ist eine ganz legitime und interessante Facette des Schafkopfspiels.
Oder, zum Beispiel: Jemand spielt ein sehr kritisches Solo, und hat als
höchsten Trumpf den Gras-Ober. In dieser Situation ist es z.B. empfehlenswert,
den Gras-Ober nicht als erste/letzte, sondern als zweite/vorletzte Karte ins
Blatt einzuordnen, und wenn man ihn spielen will, demonstrativ vor dem Legen an
ihm "herumzufummeln", damit die Spieler sehen, daß er als zweite/vorletzte
Karte eingeordnet war - so kann man sie glauben machen, daß der Eichelober
auch noch da ist, und sie werden, falls sie darauf hereinfallen, nicht
schmieren....
Mann, ist das alles kompliziert...
Grüße,
Joachim
-- "Die Berge sind stumme Lehrmeister, und sie erziehen zu edlen Eigenschaften: Demut vor der Natur, Bescheidenheit, Mut, Entbehrung, Willenskraft." (Hermann Buhl, Extremkletterer und Erstbesteiger von zwei Achttausendern in den 50er- Jahren) www.bergfotos.de - so schön isses in echt!